Grob kariert: “Dä Blötschkopp” – Marc Metzger

Grob kariert: “Dä Blötschkopp” – Marc Metzger

Im sonnigen Ahrtal geboren wird Marc Metzger schon früh vom Karneval-Virus infiziert, denn das närrische Treiben von Mutter und Tante in einem Möhnenverein ist ihm quasi in die Wiege gelegt worden. Wenig später siedelt die Familie nach Remagen an den Rhein über und ist auch heute noch im Großraum Bonn zu Hause. Seine Schulzeit verbringt Marc einige Jahre in einem Franziskaner-Kloster, und so wird er urkatholisch geprägt. Noch heute sammelt er Madonnen und Heiligenbilder.

Vielleicht liegt hier auch der Grundstein für seinen eigenartigen, einerseits trocken-bissigen, andererseits charmant-liebenswürdigen Humor, der ihn von allen anderen Büttenrednern unterscheidet. Wie viele “Geheimtipps” wird “Dä Blötschkopp” auch in der Närrischen Hitparade des WDR entdeckt, wo er erstmals 2006 auftritt. Danach geht es rasant bergauf: “Karnevalissimo”, “Karneval in Köln” und “Blötschkopp und die Rampensäue” folgen u.a. im Fernsehen, und über 300 Auftritte im Jahr auf Karnevalsbühnen des gesamten Rheinlands.

Doch der Karnevalstress fordert – wie auch bei einigen anderen Künstlerinnen und Künstlern – seinen Tribut: Im Dezember 2012 lässt Marc Metzger die Öffentlichkeit wissen, dass er seit 1999 an Multipler Sklerose leide. Zwei Monate später muss sich der Künstler wegen “Burn-out mit postinfektiöser Erschöpfung” im Krankenhaus behandeln lassen und alle weiteren Auftritte absagen. Erst im November 2013 zur Moderation von “11. im 11. – Immer wieder kölsche Lieder” ist er zurück auf der Bühne und lässt es seitdem ruhiger angehen…

Christoph Simon und Holger Möllenberg haben Marc Metzger von Mai 2014 bis Januar 2015 mit der Kamera begleitet und zeigen auch die unbekannten Seiten seines Berufs- und Privatlebens – den Drahtseilakt eines Clowns zwischen Lachen und Weinen.

Date

19. Juli 2017

Category

Künstler Porträt