Superjeile Zick – Brings persönlich

Superjeile Zick – Brings persönlich

Eine links-alternative Rockband und Kölner Karneval – wie passt das zusammen? Diese Frage stellten sich vor fast zehn Jahren nicht nur viele Fans von Brings, sondern auch die Band selber. Doch es geht, sehr gut sogar, denn inzwischen gehören die fünf Rockmusiker immerhin schon zum sogenannten „Kölschen Kleeblatt“ – den erfolgreichsten und bekanntesten Bands im Karneval, neben den Höhnern, Bläck Fööss und Räubern. Trotzdem sind Brings ihren musikalischen Wurzeln treu geblieben, wie ihre Konzerte auch außerhalb der Karnevalsession zeigen. Ein erfolgreicher Spagat, der von den Rockfans einerseits wie den Karnevalsjecken andererseits honoriert wird.

Brings – das sind die Brüder Peter (Gitarre, Gesang) und Stephan Brings (Bass), beide Söhne des bekannten Kölner Barden Rolly Brings, Harry Alfter (Gitarre), Christian Blüm (Schlagzeug, Sohn von Norbert Blüm) und Kai Engel (Keyboard, Sohn des Musikers Tommy Engel). Schon bald nach ihrer Gründung 1991 machte sich die Band mit kölschen Texten und melodiöser Rockmusik einen Namen. Es folgten zahlreiche Auftritte bei namhaften Festivals wie „Rock am Ring“ und als Vorgruppe unter anderem von AC/DC, Tom Petty und den Simple Minds. Außerdem waren Brings mehrmals im legendären „Rockpalast“ des WDR zu Gast. Unvergessen auch das politische Engagement der Band beim „Arsch huh“-Konzert gegen Neonazis 1992 auf dem Kölner Chlodwigplatz.

Ende der 1990er Jahre wurde es ruhiger um Brings. Ein Stück, das eigentlich nur als Geburtstagsständchen für die Band gedacht war, brachte 2000 die Wende: „Superjeilezick“. Nachdem das Lied zunächst als Geheimtipp während des Karnevals in den Kölner Kneipen lief, wurden die Literaten des Festkomitees auf die fünf Rockmusiker aufmerksam. Nach kurzen Berührungsängsten auf beiden Seiten standen Brings schon 2001 auf den großen Karnevalsbühnen, und „Superjeilezick“ entwickelte sich in Windeseile zum Dauerbrenner und bislang größten Hit der Band.

Die Diskussion über den richtigen musikalischen Weg zwischen Rock und Karneval hält bis heute an. Schon allein deshalb ist es interessant, Brings in den Proberaum zu begleiten und bei der Entstehung neuer Lieder dabei zu sein. Doch auch sonst führen die fünf Musiker ein abwechslungsreiches Privatleben – zwischen Sport und Konzertauftritten, Entspannung und sozialem Engagement. Die Autoren Christoph Simon und Holger Möllenberg haben die Band über ein halbes Jahr mit der Kamera begleitet – herausgekommen ist ein ganz persönlicher Blick vor und hinter die Kulissen.

Date

8. März 2016

Category

Künstler Porträt