Wenn et Trömmelche jeit – De Räuber hautnah

Wenn et Trömmelche jeit – De Räuber hautnah

Sie zählen zum erlauchten “Kölner Kleeblatt” der Stars der Karnevalsmusik, neben den Bläck Fööss, Höhnern und Paveiern: De Räuber. Mit über 200 Auftritten während der Session und 70 weiteren während des ganzen Jahres gehören die fünf Musiker zweifellos zu den ganz Großen im Rheinland. Ihre Hits wie “Op dem Maat”, “Am Eigelstein es Musik”, “Kölsche Junge bütze joot” oder “Schau mir in die Augen” wurden echte kölsche Evergreens, die in keiner Kneipe während der tollen Tage fehlen dürfen. “Denn wenn et Trömmelche jeit” ist seit 1993 der Kulthit schlechthin, den jeder Jeck mitsingen kann. Acht Alben und zehn Maxi-CDs in 17 Jahren – das ist eine Bilanz, die sich sehen lassen kann.

Dennoch ist der Band der Erfolg nicht zu Kopf gestiegen. Ganz im Gegenteil: die Räuber pflegen eine rheinische Bodenständigkeit, und das bedeutet vor allem engen Kontakt zu den Fans. Eine Band zum Anfassen im wahren Sinne des Wortes, mit der man nach dem Konzert mal ein Kölsch trinken kann. Das spiegelt sich auch in den Texten ihrer eingängigen Stücke wider, die von frivol bis melancholisch alle Situationen des Alltags beschreiben. Dass viele von ihnen zu richtigen Ohrwürmern wurden, ist vor allem Karl-Heinz (”Charly”) Brand zu verdanken, dem kreativen Kopf der Räuber. Zusammen mit Kurt Feller und Nobby Campmann gründete der ehemalige Postbeamte die Band 1991. Von da an ging es unaufhaltsam bergauf, doch das Leben der Räuber hinter der Bühne blieb den Fans bis jetzt weitgehend verborgen.

In ihrem Film “Wenn et Trömmelche jeit” blicken Christoph Simon und Holger Möllenberg nun erstmals hinter die Kulissen. Und die stehen in Neuss, wo Karl- Heinz Brand lebt und arbeitet, obwohl er sich eigentlich als “Kölscher” fühlt. Charly, Kurt, Wolli, Mac und Gino erzählen, warum sie ihre ganz normalen “bürgerlichen” Berufe aufgaben und Profi-Musiker wurden, wie die Band neun Familien ernährt, wo die Ideen zu Texten und Melodien entstehen und welchen tiefen Einschnitt der Tod von Nobby Campmann 2007 bedeutete. Und so kommen auch die leisen, nachdenklichen Töne in dem Film nicht zu kurz – wie in den neuen Titel “Engel triffs de nur em Himmel” oder “Rattepack”.

Date

8. März 2016

Category

Künstler Porträt